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Mannheim

Rhein-Neckar-Löwen

SAP-Arena, Mannheim

        

Reisetag:
    
Samstag,
10. September 2011
HBW-Fans:   
1 Bus + privat PKW
Reisestrecke:  
ca. 200 km (einfach)

    

Ausgangssituation Punkte:




Rhein-Neckar-Löwen
2
:
0
HBW Balingen-Weilstetten    
2
:
0

                    

   

 

Samstag, 10. September 2011 – ein herrlicher Sommertag mit Temperaturen Richtung 30°C, ideal für einen faulen Tag im Freibad, an einem See, im Garten ... Aber die Handballbundesliga hat wieder angefangen und der HBW bestreitet sein erstes Auswärtsspiel diese Saison bei den Rhein-Neckar-Löwen. Verglichen mit anderen Auswärts-Spielstädten nicht weit weg – also hinfahren! Realistisch betrachtet gibt es für den HBW nix zu holen, aber die HBW Fangemeinde ist immer optimistisch, hofft immer das Beste, die SAP-Arena ist nicht weit weg und falls Wunder geschehen, will man natürlich live dabei sein.

Abfahrt ist um 13:30 Uhr an der Stadthalle in Balingen. Ungewohnt ist, dass ein Kopp-Bus angefahren kommt. Der Bus konnte erst gebucht werden, nachdem der Spielplan bekannt war und da waren andere Busse schon vergeben. So hat unser Bus leider kein WC an Bord, aber wir fahren ja nur bis Mannheim und machen etwa nach 90 Minuten eine Pause.

Heute ist der letzte Feriensamstag und da rollt die letzte große Rückreisewelle. Wir werden ja hoffentlich pünktlich ankommen. Eigentlich sollten wir genug Puffer eingeplant haben. Aber mit den Baustellen und evtl. Pannen? Wir sind schon mal erst 15 Minuten vor Anpfiff wegen einem Stau an der SAP-Arena angekommen.

Die Stimmung ist gut, nach dem deutlichen Heimsieg im ersten Saisonspiel gegen Gummersbach mit 36:28 wird natürlich hier und da von den nächsten Punkten geträumt. Es ist zwar klar, dass unter normalen Umständen hier nichts zu holen ist und das räumen auch alle ein, aber man darf ja immer hoffen, dass die Umstände halt nicht normal sein werden und dann... In dem Areal, wo ich sitze, sind wir uns einig, dass wir zufrieden sein werden, wenn wir sehen, dass die Mannschaft ordentlich gespielt hat und die Niederlage mit einer Tordifferenz zwischen 5 bis 8 Toren ausfällt. Das sind in unseren Augen realistische Erwartungen und so fiebern wir dem Spiel entgegen.

Für das leibliche Wohl kreist im vorderen Busteil eine Schüssel voll selbst gebackener Flachswickel und eine Packung Käsekräcker und untern den Frauen wird über die Strickanleitung für die Socken ohne Verse debattiert. Dazu schraubt ein Becherchen noch kühlen Sekts die Gute-Laune Stimmung noch etwas weiter nach oben.

Bis zur Rast können wir über den Verkehr nicht klagen. Dicht bis sehr dicht, teils auch zähe, aber es geht vorwärts. Im zweiten Steckenabschnitt das gleiche Bild und so sind wir überpünktlich rund eine Stunde vor Hallenöffnung auf dem Parkplatz der SAP Arena. Den hat unser Busfahrer, der die Route nicht kannte, dank oder muss man eher sagen trotz den vielstimmigen Richtungsanweisungen mehrerer Mitreisender ohne Umwege angesteuert.

Die Wärme verleitet nicht zu großer Aktivität. Der Verpflegungsstand vor der Halle samt den dazu gehörenden Biergarnituren sind größtenteils im Schatten und dort stellen die HBW Fans erst einmal die zahlenmäßige Überzahl. So früh vor Anpfiff hat es noch so gut wie keine Fans der Löwen hierher verschlagen.

Obwohl heute das erste Heimspiel der Löwen und dazu noch Familentag ist – was für uns eine Reduktion des Eintrittspreises um 2€ bedeutet (O-Ton aus dem Bus: das wird restlos auf den Kopf gehauen)- ist meiner Ansicht nach wenig los. Aber das aber auch ganz schön täuschen in der großen Halle und mit einer Sitzplatzkarte kann man ja auch erst kurz vor knapp ankommen. Doch auch zum Anpfiff sind unten einige leere Sitze auszumachen. Aufgrund des Familientags sind wir diesmal allerdings nicht die einzigen auf dem Oberrang.

Das Spiel beginnt mit dem HBW im Angriff und schon nach kurzer Zeit kann die Anzeigetafel ein Tor für uns verbuchen. Dann Spielunterbrechung – verwunderte Blicke ringsum – der Grund ist nicht sofort ersichtlich. Doch dann: die Beleuchtung wirkt noch etwas gedimmt und so müssen alle warten, bis es hell genug ist um weiterzuspielen. Ja, ja, die liebe Technik. Die haben die Verantwortlichen wohl noch nicht so ganz im Griff, denn während dem ganzen Spiel gibt es immer wieder skurrile Anzeigen auf dem großen Videowürfel.

Dem HBW gelingt ein guter Start in dieses Spiel. Vorne Tore und hinten abgewehrte Angriffe der Löwen. So prangt nach etwa 14 Minuten ein 4:6 auf der Anzeigetafel. Allerdings kommen die Löwen auch langsam ins Spiel. Aber für uns gilt möglichst lange dranbleiben und das Spiel offen gestalten und dann ... Doch nix dann. Plötzlich ist der Faden im HBW-Spiel komplett gerissen. Über ein 7:8 startet unser Gegner ein 7:0 Lauf und so steht es 14:8 – Latten oder Pfostentreffer samt technischer Fehler und lasche Würfe auf Seiten des HBW und Torwartparaden und erfolgreiche Tempogegenstöße auf Seiten der Löwen. Das Spiel mit dem 7. Feldspieler ist auch nicht von Erfolg gekrönt und wird dann auch schnell wieder ad acta gelegt.

Au Backe. Der Schuß muss ja nicht gleich im zweiten Spiel so gewaltig nach hinten losgehen. Doch zum jetzigen Zeitpunkt sieht es verdammt nach gewaltiger Klatsche aus. Mit Ach und Krach kann der HBW wenigstens das Ergebniss noch in den zweistelligen Bereich bringen bevor es mit 17:10 in die Halbzeitpause geht.

Jetzt mal sehen, ob sich der HBW in der zweiten Halbzeit wieder fangen kann. Eine doppelte Unterzahl ist da dann eine denkbar ungünstige Situation. Doch diese wird ohne Gegentor überstanden. Nach 10 Minuten in der zweiten Hälfte sind die Gastgeber 11 Tore enteilt. Und bis zur 54 Minute bleibt der Abstand bei 10 Toren.

Dann eine kleine Wende – haben die Löwen Gas weggenommen wegen dem Spiel am Mittwoch gegen den amtierenden deutschen Meister HSV oder haben unsere Jungs die zweite Luft gefunden? Auf jeden Fall wirkt die Verteidigung vom HBW wieder aggressiver und provoziert einen technischen Fehler auf der Gegenseite nach dem anderen. Zwar können nicht alle in Tore umgewandelt werden, doch aus einem 28:18 wird das Endergebnis 29:22. Sieben Tore Differenz, nicht mehr als zur Halbzeitpause. Die zweite Halbzeit haben wir also unentschieden gespielt. Wenn nur dieser Hänger in der ersten Halbzeit nicht gewesen wäre ... Aber wieder zurück zum realistischen Denken. Sieben Tore Niederlage gegen die Löwen – in deren Halle - ist nicht wirklich schlecht. Man muss immer sehen, was die für Spieler im Kader haben.

Und so nehmen wir das Positive mit – die Mannschaft hat sich nach einem derben Hänger wieder gefangen, sich nicht aufgegeben und hat sich so wieder zurück ins Spiel gekämpft. Schlussstrich, abhaken, wir haben immer noch ein Tor plus in der Tordifferenz und jetzt Blick voraus auf das Spiel am Mittwoch in Großwallstadt. Das wird allerdings auch ganz schwer. Schon mehrfach konnte der HBW in Großwallstadt Punkte mitnehmen, doch die Voraussetzungen sind leider nicht günstig. Nachdem der TVG sein erstes Spiel gegen die Löwen verloren hat und heute in Gummersbach auch keine Punkte erkämpfen konnte können sich unsere nächsten Gegner keine dritte Niederlage in Folge leisten, vor allem nicht gegen den HBW. Bleibt für uns zu Hoffen, das dieser große Druck dem HBW hilft.

Die Rückfahrt könnte als musikalisch „interessant“ umschrieben werden. Der Live-Chor aus dem hinteren Busdrittel und die Musik aus den Buslautsprechern geben zeitgleich verschiedene Lieder zum Besten.

Um wenige Minuten nach Mitternacht sind wir zurück an der Stadthalle. Teilweise wird man sich schon bald wieder sehen beim Spiel vom HBW2 am heutigen Sonntag. Für den Rest noch ein schönes Wochenende und kräftig Daumen drücken am Mittwoch.

  

Ergebnis 29:22 (17:10)

 

Zuschauer 4.412 / Kapazität 14.500

 

Katrin 18.09.2011