|
||
![]() |
KielTHW KielOstseehalle Kiel
Nach einem reichhaltigen Frühstück an dem gut bestückten Buffet wird das Gepäck in den Bus geladen. Es verspricht ein sonniger Tag zu werden. Super ... Da hat man doch gleich mal gute Laune. Ausgerüstet mit dem was jeder bis zum Spiel braucht oder meint zu brauchen schwärmen die Fans in mehr oder minder großen Gruppen in Kiel aus. Manche mit noch recht kleinen Augen, denn auch die letzte Nacht ist bei dem einen oder anderen recht kurz ausgefallen. Ich bin wieder mit der gleichen Truppe unterwegs wie gestern. Von anderen haben wir erfahren, dass wir gestern nur nicht weit genug gelaufen sind, um ans Wasser zu kommen und so nehmen wir einen neuen Anlauf. Bei herrlichem Sonnenschein laufen wir der Kiellinie entlang (die Uferpromenade heißt so laut Stadtplan). Ziemlich am Anfang ist dort das Institut für Meereskunde mit einem Aquarium. Da wir keine Eile haben, gehen wir Fische gucken. Danach geht es weiter nach Norden, immer am Wasser entlang. Heute Abend / Nacht werden wir noch sehr lange im Bus sitzen müssen. Am Horizont taucht der Marinehafen auf und davor liegt ein Segelschiff. Ist das etwa die Gorch Fock? Ja, sie ist gerade in ihrem Heimathafen Kiel. Also bis zu dem Hafen sollten wir schon laufen, wenn wir schon mal da sind. Vom Hotel bis zum Marinehafen sind es ca. 5,5 km und wir sind ja fast schon da. Plötzlich kommen uns bekannte Gesichter entgegen. AHA, auch HBW; 1. Vorstand Arne Stumpp und Manager Günther Kirschbaum. Sie hätten gerade ein Schiffchen für den nächsten Vereinsausflug gekauft (Geste Richtung Gorch Fock), meint Herr Kirschbaum augenzwinkernd. Sie hätten nur noch ein Problem das Logo anzubringen. Ja wenn das das einzigste Problem sein sollte... Wir drehen um, denn wir müssen ja noch zurücklaufen und etwas essen wäre auch nicht schlecht bevor wir zum Spiel gehen. Wir wollen es noch mal im Kieler Brauhaus versuchen. Aufgrund unserer „Fanausrüstung“ - Schals und Kappen – werden wir angesprochen, wo wir den her seien und ob Balingen auch noch deutsch sei. So deutsch wie Kiel, wobei wir allerdings eine Grenze zu einem Nicht-EU-Land mit der Schweiz haben. Als hätten wir uns verabredet treffen wir im Kieler Brauhaus einen Großteil unserer Reisegruppe an. Wir werden lautstark mit H-B-W, H-B-W begrüßt. Das Lokal ist fest in Balinger Hand würde ich sagen. Gestärkt geht es schließlich weiter zur Ostseehalle. Die ist auch zu Fuß erreichbar. Knapp vor der Halle steht auch schon unser Doppeldecker und wir können die Sachen, die wir nicht brauchen im Bus deponieren und Fahnen, Banner und so weiter ausladen. Da wir Stehplätze haben, gehen wir zügig rein. Wir wollen schließlich was sehen. Unsere Karten sind für die oberste Ebene. Also noch eine Etage weiter hoch. Leute sind noch nicht viele da, aber das Geländer ist mit Jacken und Programmheften belegt. Aha, hier tut man seinen Platz reservieren. Wir befinden, dass das so nicht geht und schieben uns hier ein bisschen und dort ein bisschen dazwischen. Proteste der Kieler umgehen wir an unserer Ecke, indem wir die Leute in Gespräche verwickeln und schon passt das. Manche rücken auch von sich aus auf die Seite. In so einem Pulk HBW-Fans wollen sie dann wohl auch nicht stehen. Aber ich würde sagen es hat genug Platz, damit alle gut was sehen können. Durch die Anordnung der Stehplätze an den Stirnseiten und in den Kurven sind wir HBW-Fans doch ziemlich verteilt und nicht so stimmgewaltig gebündelt wie in Minden. Die Ostseehalle ist auch gegen uns, den Aufsteiger mit dem kleinen Etat, ausverkauft und die Dauerkartenbesitzer sind auch alle da. Man sieht keine freien Plätze. Silke verteidigt meinen Platz, während Birgit und ich mit dem HBW-Banner runter zum Spielfeld gehen. Bin mit den Fahnenstangen ohne Probleme reingekommen. Der Ordner hat mich nur darauf hingewiesen, beim Schwenken aufzupassen und ich habe ihm gesagt, dass das gar nix zum Schwenken sei und der Käse war gegessen. Auf der Treppe meinen ein paar Kiel-Fans mit Blick auf das Banner wir hätten ja einiges vor. Ich erwidere, ein kleiner Verein brauche halt zum Ausgleich eine große Fahne. Sie wünschen uns viel Glück. Alles in allem werden wir sehr nett aufgenommen. OK, Kiel muss ja auch nicht wirklich befürchten, gegen uns Punkte zu lassen. Einem Ordner unten am Spielfeldrand sagen wir, dass wir mit dem Banner vor unserer Mannschaft einlaufen werden und schon ist das geklärt. Gar keine Probleme. Muss sagen, bin erstaunt. Am Spielfeldrand stellen wir uns stolz mit dem Banner hin. Für ein Interview von dem Trainer Rolf Brack darf das Banner sogar als Hintergrund herhalten. Wir erfahren, dass die Grippewelle, zwischenzeitlich im Team bis zum Betreuerstab kursiert und manche sehen auch so aus, als würden sie eher ins Bett gehören als hier in die Halle. Na, das kann ja mal heiter werden. Zum Einlauf unserer Mannschaft stehen Birgit und ich mit dem Banner auf dem Parkett der in Handballkreisen berühmten Ostseehalle. 10.250 Zuschauer, das ist kein Pappenstiel. Schon noch etwas mehr, als die 3.800 in Minden. Beim Einlauf der Kieler stehen wir noch unten am Spielfeldrand und die Spieler des THW kommen direkt an uns vorbei. Das hat schon was. Wie viele von denen hat man während der Handball-WM am Fernseher bestaunt. Trotz grippeschwächung und der bitteren Niederlage in Minden am Freitag spielt der HBW recht gut und in der 23. Minute steht es sogar 11:11 unentschieden. Eigentlich müssten sich die Kieler bei uns für die Stimmung bedanken, denn wegen unseren lautstarken HBW-HBW Rufen, sehen sich die Kieler doch genötigt mit THW-THW zu kontern. Ich glaube, wenn wir still wären, würden die auch nicht viel von sich geben. Sind halt schon etwas anderes gewöhnt als wir. Da muss nicht mehr jede Aktion beklatsche, bejubelt oder so werden. Und das gegen einen Aufsteiger wie uns gewonnen wird, ist doch sonnenklar. Als bei Kiel Kim Anderson in Fahrt kommt wächst der Rückstand immer mehr an. Der ist nicht zu stoppen und ein ums andere Mal landet der Ball im Tor vom HBW. 14 Tore Differenz, immerhin besser als 15. Aber wir sind nicht untergegangen und daheim gegen nicht so übermächtige Gegner wird das auch wieder anders aussehen. Nach dem Spiel versuchen wir noch einen Großteil der HBW-Fans für ein Gruppenfoto zusammenzubekommen. Es dämmert schon, aber das sollte noch gehen. Dann ab in den Bus und los geh die lange Heimfahrt. Wir notieren 18:10 Uhr. Irgendwann wird noch Rast zum Essen gemacht. Goswin kommt ganz schlecht daher. Er hat sich in Kiel mit neuen Schuhen riesige Blasen gelaufen und weiß jetzt nicht, wie er einen Fuß vor den anderen setzen soll. Autsch! Und weiter geht die Busfahrt. Die, die kurze Nächte hatten, sind schnell im Reich der Träume. Auch ich kann schlafen und bekomme kaum mit, wie wir die Kilometer runterspulen. Halten, aufs Klo, sich strecken, weiter. Am Montagmorgen um 4:20 Uhr halten wir vor der Stadthalle. Balingen, wir sind wieder da. Mir hat es sehr gut gefallen, die Organisation war spitze, die Hotels sehr gut und mit dem Wetter hatten wir auch Glück. Die Niederlage in Minden tut nicht mehr so sehr weh und wir schauen optimistisch auf die kommenden Heimspiele. Wäre toll, wenn mal wieder so was zustande kommen würde.
Ergebnis: 38:24 (17:12 )
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. Reisetag: | Freitag, 2.04.2007 | Minden, Spiel gegen Minden |
2. Reisetag: | Samstag, 3.04.2007 | Kiel, "spielfrei" |